Nach dem Rückzug aus der Schachbundesliga bleiben die Schachfreunde Deizisau weiterhin auf höchster Ebene vertreten: Die Frauenmannschaft tritt auch in der Saison 2026/27 in der Frauenbundesliga an. Nun wurden die Aufstellungen veröffentlicht. Deizisau geht mit einem weitgehend eingespielten Team und drei Neuzugängen in die neue Spielzeit.
Die Frauenbundesliga beginnt am 3. Oktober 2026 und endet am 18. April 2027 mit der zentralen Endrunde in Bad Königshofen. Nach dem Rückzug des amtierenden Meisters SK Schwäbisch Hall werden die Karten an der Spitze neu gemischt.
Als klare Titelanwärter gehen die OSG Baden-Baden und der SC 1957 Bad Königshofen in die Saison. Baden-Baden hat seinen Kader nach der enttäuschenden Vorsaison deutlich verändert. Neu dabei sind unter anderem Ulviyya Fataliyeva, Nataliya Buksa, Olga Badelka und Sonja Bluhm. Nationalspielerinnen wie Dinara Wagner und Elisabeth Pähtz sollen den Kern der Mannschaft bilden.
Bad Königshofen setzt weiterhin auf Spielerinnen wie die deutsche Meisterin Jana Schneider, die letztjährige Bundesliga-Topscorerin Olga Babiy, Oliwia Kiolbasa und Aleksandra Matsevskaya. Mit Alua Nurman und der nach einer Babypause zurückkehrenden Iulija Osmak wurde das Team zusätzlich verstärkt.
Dahinter werden vor allem der Hamburger SK, der Rodewischer Schachmiezen und den Schachfreunden Deizisau Außenseiterchancen eingeräumt. Der Hamburger SK sorgte mit der Verpflichtung der erst elfjährigen Engländerin Bodhana Sivanandan für den spektakulärsten Transfer der Liga.
Der prominenteste Deizisauer Neuzugang ist Lara Schulze. Die deutsche Nationalspielerin wird mit einer Elozahl von 2326 an Brett drei gemeldet und verstärkt damit unmittelbar die Spitze der Mannschaft.
Schulze wechselt von TuRa Harksheide nach Deizisau. In den vergangenen Jahren kam sie dort allerdings nur selten in der Frauenbundesliga zum Einsatz. In Deizisau trifft sie unter anderem auf Nationalmannschaftskollegin Hanna Marie Klek, die seit Jahren zu den zuverlässigsten Spielerinnen des Teams gehört.
Angeführt wird die Meldeliste erneut von der armenischen Internationalen Meisterin Lilit Mkrtchian, die im letzten Jahr allerdings zu keinem Einsatz kam. Dahinter folgen Hanna Marie Klek, Lara Schulze und Zoya Schleining. Diese vier Spielerinnen bilden nominell eine der stärksten Spitzenformationen der Liga.
Ob Deizisau tatsächlich in den Kampf um die vorderen Plätze eingreifen kann, wird wie bei fast allen Mannschaften davon abhängen, wie häufig die Spitzenspielerinnen eingesetzt werden können. Gelingt es, Lara Schulze regelmäßig ans Brett zu bringen, gewinnt die Mannschaft deutlich an Qualität und Tiefe.
Ebenfalls neu bei den Schachfreunden ist Katharina Reinecke, die mit einer Elozahl von 1949 an Position 14 geführt wird. Reinecke ergänzt den deutschen Teil des Kaders und verbreitert die Auswahl für die hinteren Bretter. Besondere Aufmerksamkeit dürfte dabei das Duell mit Sonja Bluhm hervorrufen: Die beiden sind durch den gemeinsamen „Bluhmecke“-Schachpodcast bekannt. Beim Aufeinandertreffen zwischen Deizisau und Baden-Baden im März hoffen viele Schachfans deshalb auf ein direktes Duell der beiden Podcasterinnen.
Dritter Neuzugang ist die kroatische Internationale Meisterin der Frauen Mara Jelica, die mit einer Elozahl von 2091 an Position zwölf gemeldet wurde. Mit ihr kehrt eine frühere Deizisauer Spielerin in den Kader zurück.
Neu im Deizisauer Kader sind somit:
Lara Schulze (2326 Elo)
Mara Jelica (2091 Elo)
Katharina Reinecke (1949 Elo)
Nicht mehr im Kader:
Jovana Rapport (2235 Elo)
Elena Köpke (2207 Elo)
Fiona Steil-Antoni (2086 Elo)
Besonders der Abgang von Elena Köpke fällt auf. Sie gehörte in der vergangenen Saison mit neun Einsätzen zu den regelmäßig eingesetzten Spielerinnen. Auch Jovana Rapport und Fiona Steil-Antoni stehen nicht mehr auf der Meldeliste. Beide blieben allerdings im letzten Jahr ohne Einsatz.
Der Deizisauer Kader 2026/27:
Lilit Mkrtchian – 2360 Elo
Hanna Marie Klek – 2345 Elo
Lara Schulze – 2326 Elo
Zoya Schleining – 2310 Elo
Manon Schippke – 2250 Elo
Evgeniya Doluhanova – 2210 Elo
Elena Sedina – 2229 Elo
Katarzyna Dwilewicz – 2152 Elo
Vera Nebolsina – 2195 Elo
Vesna Mišanović – 2228 Elo
Natalia Straub – 2123 Elo
Mara Jelica – 2091 Elo
Angelika Valkova – 2011 Elo
Katharina Reinecke – 1949 Elo
Felicitas Ophelia Carlstedt – 1889 Elo
Marina Noppes – 1939 Elo
Olivia Lukas – 1787 Elo
In der vergangenen Saison belegten die Schachfreunde Deizisau mit acht Mannschaftspunkten den siebten Platz. Der Abstand zu Rang vier betrug allerdings lediglich drei Punkte. Das verdeutlicht, wie eng das Feld hinter den Spitzenmannschaften beieinanderlag.
Mit Lara Schulze erhält die Mannschaft nun eine weitere Spielerin auf internationalem Niveau. Gleichzeitig bleibt der bewährte Kern des Teams erhalten.
Baden-Baden und Bad Königshofen sind nominell stärker besetzt. Hinter den beiden Favoriten erscheint die Liga jedoch offen. Hamburg, Rodewisch, Solingen, Harksheide und Deizisau können sich gegenseitig Punkte abnehmen. Kommen die Schachfreunde in den entscheidenden Begegnungen mit einer starken Besetzung ans Brett, ist eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte möglich – und vielleicht auch die eine oder andere Überraschung gegen einen der Titelkandidaten.