Was haben ein Festzelt, der Skiclub Schneesterne Deizisau und ein großer Transporter gemeinsam? Alle drei trugen entscheidend zum Gelingen des Offenen Baden-Württembergischen Schulschachpokals 2026 bei. Im Rahmen der Deizisauer Festtage richteten die Schachfreunde Deizisau e.V. mit Unterstützung des Skiclubs Schneesterne Deizisau, des Schachzentrums Baden-Baden sowie der Chess Tigers Shop & Stores GmbH im Auftrag der Badischen und Württembergischen Schachjugend den diesjährigen Schulschachpokal aus. Insgesamt 99 Schulmannschaften aus Baden, Württemberg und sogar Bayern machten sich am Freitag auf den Weg nach Deizisau und verwandelten das große Festzelt auf dem Festplatz in einen riesigen Turniersaal. Turnierorganisator Sven Noppes hatte die Veranstaltung gewohnt souverän im Griff und freute sich, den Schulschachpokal bereits zum siebten Mal in Deizisau ausrichten zu dürfen. Gespielt wurde in zwei Turniergruppen unter der Leitung von Turnierleiterin Kristin Wodzinski. Die Live-Ergebnisse sowie sämtliche Einzelergebnisse konnten während des gesamten Turniers über Chess-Results verfolgt werden. Im Grundschulturnier gingen 30 Mannschaften an den Start, während im Allgemeinen Turnier 69 Teams der weiterführenden Schulen um die Pokale kämpften. Gespielt wurden sieben Runden im Schweizer System mit einer Bedenkzeit von 15 Minuten pro Partie. Der Schulschachpokal war einmal mehr ein beeindruckendes Beispiel für die Bedeutung des Schulschachs. Von den insgesamt 443 teilnehmenden Kindern war lediglich knapp ein Viertel Mitglied in einem Schachverein. Die große Mehrheit lernt das königliche Spiel ausschließlich in der Schulschach-AG kennen. Gleichzeitig bot das Turnier professionelle Bedingungen: Gespielt wurde ausschließlich mit hochwertigen Holzbrettern und Holzfiguren der Chess Tigers, die am Vortag mit einem Transporter nach Deizisau gebracht wurden. Alle 196 Bretter waren mit Digitaluhren ausgestattet. Für das leibliche Wohl sorgte der Skiclub Schneesterne Deizisau, der die jungen Schachspielerinnen und Schachspieler mit Pommes und Bratwurst bestens versorgte. Im Grundschulturnier wurde die Haldenschule Rommelshausen ihrer Favoritenrolle gerecht und verteidigte mit 13:1 Mannschaftspunkten den Titel aus dem Vorjahr. Platz zwei belegte die Schloss-Schule Durlach vor der Karl-Mauch-Schule aus Kernen im Remstal und der Lindachschule Setten.. Den letzten Pokalrang sicherte sich die Albschule Stuttgart-Degerloch dank der besseren Feinwertung. Mit dem Geroldsecker Bildungszentrum Seelbach und der Grundschule Schuttertal nahmen außerdem zwei reine Mädchenmannschaften teil, die bei der Siegerehrung ebenfalls mit einem Pokal ausgezeichnet wurden. Im Allgemeinen Turnier setzte sich das Illertal-Gymnasium Vöhringen eindrucksvoll durch. Mit sieben Siegen aus sieben Begegnungen blieb das Team ohne Punktverlust und gewann souverän den Schulschachpokal. Den zweiten Platz belegte die Schillerschule Bretten I mit 12:2 Mannschaftspunkten. Neben der Silbermedaille in der Gesamtwertung sicherte sich das Team gleichzeitig den Pokal als beste Realschule des Turniers. Rang drei ging an das Droste-Hülshoff-Gymnasium Freiburg vor dem Karl-Maybach-Gymnasium Friedrichshafen und dem Löwenrot-Gymnasium. Alle drei Mannschaften erreichten 11 Mannschaftspunkte, sodass am Ende die Brettpunkte über die Platzierung entscheiden mussten. Neben der Gesamtwertung wurden vier Sonderwertungen ausgespielt. Bei den Realschulen gewann die Schillerschule Bretten I vor der ersten Mannschaft der Evangelischen Jakobusschule Karlsruhe und der zweiten Mannschaft der Schillerschule Bretten. Den Pokal für die besten Hauptschulen sicherte sich die erste Mannschaft der Leopoldschule Altshausen vor der zweiten Mannschaft der Leopoldschule Altshausen. Beste Förderschule wurde die Schule am Wolfsbühl. In der Mädchenwertung gewann das Friedrich-Ebert-Gymnasium Sandhausen vor dem Wilhelms-Gymnasium Stuttgart-Degerloch und den beiden Mädchenteams der Schillerschule Bretten. Damit durfte die Schillerschule Bretten insgesamt gleich vier Pokale mit nach Hause nehmen. Der Offene Baden-Württembergische Schulschachpokal machte einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert das Schulschach inzwischen hat. Fast 450 Kinder kamen nach Deizisau, die meisten von ihnen ohne Vereinsmitgliedschaft. Dank der vielen Helferinnen und Helfer, der guten Verpflegung und der professionellen Spielbedingungen wurde das Turnier für alle Beteiligten zu einem gelungenen Schachtag, der sicher vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Text: Kristin Wodzinski